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Erholsamer Schlaf

© Rainer Sturm / pixelio.de

Sie haben schon wieder schlecht geschlafen? Der Wecker reißt sie aus dem Traum. Fast ein drittel der Deutschen schläft schlecht. Ein großer Teil davon leidet sogar unter medizinisch relevanten Schlafproblemen, die behandlungsbdürftig sind.

Bekannt ist, dass Schlafmangel zu Adipositas (Übergewicht), Bluthochdruck oder in einigen Fällen so Depressionen führen kann. Warum wir überhaupt schlafen müssen ist bisher nicht komplett wissenschaftlich geklärt. Es wird heute davon ausgegangen, dass der Schlaf dazu dient, dass das Gehirn, die am Tag gelernten Dinge festigt und verarbeitet. Was noch bekannt ist, dass der Körper Zellschädigungen regeneriert und bildet neue Zellen. Man weiß, dass wer genügend Schlaf hat am Tag erholter, frischer und gesünder ist.

Normal schläft ein Mensch zwischen sieben und acht Stunden, dabei ist das Schlafbedürfnis indivduell sehr unterschiedlich. Das Schlafbedürfnis ist teilweise genetisch vorgegeben und in der Regel auch nicht beeinflussbar. Es gibt Menschen, die mit vier bis fünf Stunden auskommen. Die optimale Schlafdauer liegt dann vor, wenn man tagsüber leistungsfähig ist, ohne dass man eine Müdigkeit hat. Schlafmangel läßt sich ausgleichen, in dem man einfach einmal länger schläft. Eine schlechte Nachricht zum Schlafmangel gibt es auch, man kann nicht „Vorschlafen“, das kann man leider nicht.Das Schlafbedürfnis ändert sich im Laufe des Lebens erheblich, so schlafen Babys besonders viel. Kinder benötigen etwa zehn Stunden, damit sie den Tag konzentriert schaffen. Senioren sind oft sehr müde über Tag und gleichen diesen Schlafmangel durch Nickerchen über den Tag verteilt aus.

Jede Nacht durchläuft der Körper einen Schlafzyklus, der aus mehreren Schlafphasen besteht. „Jeder Schlafzyklus dauert eineinhalb bis zwei Stunden und wir durchlaufen pro Nacht vier bis sechs Zyklen“, erklärt Wessendorf. Am Beginn der Nacht dauert die Tiefschlafphase länger, gegen Morgen die REM-Phase. Die REM-Phase, englisch von Rapid Eye Movement, also schnelle Augenbewegung, heißt auch Traumphase.

Weil viele Deutsche gegen elf Uhr ins Bett gehen, findet die erste und intensivste Tiefschlafphase vor Mitternacht statt. Daher stammt der Satz: „Der Schlaf vor Mitternacht ist am gesündesten.“ Nachteulen müssen sich aber keine Sorgen machen: Es kommt auf die Qualität der ersten Schlafphase an, nicht auf die Uhrzeit. „Vier Stunden guter Schlaf sind besser als acht Stunden schlechter Schlaf“, sagt Wessendorf. Ebenso wichtig ist die Regelmäßigkeit: Ein konstanter Schlaf-Wach-Rhythmus verbessert die Schlafqualität. Wird die „innere Uhr“, die zirkadiane Rhythmik, gestört, ist der Tiefschlaf flacher und weniger erholsam.
Schlafstörungen: gefährliche Schlafapnoe

Eine Schlafstörung wie die Schlafapnoe verhindert Durchschlafen. Die Atmung wird schwächer oder setzt aus. Das Gehirn weckt den Schlafapnoiker, um sich genügend mit Sauerstoff versorgen zu können. Zwar wacht jeder Mensch mehrmals jede Nacht auf – meist kann er sich aber nicht erinnern.

Somnologen bezeichnen das nicht als Wachheit, sondern als „arousal“. Erst wenn man mehr als etwa eine Minute wach ist, wacht man „richtig“ auf. Lautes Schnarchen und Tagesmüdigkeit sind mögliche (aber keine beweisenden) Anzeichen einer Schlafapnoe. Wer fürchtet, betroffen zu sein, sollte einen Arzt um Rat fragen. Mit fortschreitendem Alter nimmt das Aufwachen während des Schlafes zu und die Schlafqualität sinkt.

Sogenannte Parasomnien, zu denen auch Schlafwandeln gehört, hingegen sind manchmal für den Partner oder Eltern anstrengender als für den Betroffenen selbst, meist sind sie nicht gefährlich.
Besser schlafen: So gelingt es

Stress, seelische Probleme, zu viel Sport am Abend, Schmerzen und Medikamente können die Nachtruhe stören. Auch schlechte Schlafbedingungen wie etwa eine falsche Matratze, Helligkeit oder lautes Schnarchen des Partners verschlechtern den Schlaf. Auf zu viel Wein und Bier sollte man ohnehin verzichten: „Alkohol ist ein schlechtes Schlafmittel. Man schläft zwar schneller ein, aber unterm Strich schläft man schlechter“, sagt Wessendorf. Wer morgens häufig wie gerädert aufwacht und tagsüber ständig müde ist, sollte einen Arzt aufsuchen. Bei entsprechender Behandlung müssen Sie vom Durchschlafen nicht mehr nur träumen.